Wettbewerb UrbanPort, Düsseldorf

 

Zwischen den Zwillingstürmen des Hyatt und den beiden Wohntürmen des Projekts Win Win füllt der UrbanPort an der Speditionsstraße die letzte prominente Lücke – mit einem innen wie außen lebendigen Ensemble. Sensibel bettet es sich in den Stadtraum ein und berücksichtigt auch die vorgegebenen fußläufigen Verbindungen von der Straße zum Hafenbecken. Die zentrale Durchwegung ist der Art-Parcours, ein halb-öffentlicher Raum, der als Ausstellungsfläche unter freiem Himmel geplant ist.

Auf der Hafenseite gibt der UrbanPort der Stadt eine attraktive Fläche am Wasser zurück. Dafür wird die für die Tiefgarage und die Haustechnik nötige Unterbauung des Geländes nach vorne ans Wasser gezogen. Unmittelbar am Holzdeck der alten Hafenkranbahn andockend, enthält diese eingeschobene „Schublade“ öffentliche Nutzungen. Mit zwei seitlichen Treppenanlagen an die darüber liegende Erdgeschoss-Terrasse des UrbanPort angebunden, ist hier Raum für Gastronomie sowie die Art-Box, einen urbanen Ausstellungsraum, der auch für Veranstaltungen genutzt werden kann. Dieser gesamte Bereich besitzt einen Hochwasserschutz aus kippbaren Stahltoren, die aufgeklappt als Sonnenschutz dienen. So entsteht eine spannende Ergänzung zur Promenade – und eine deutliche Belebung des Hafens, auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten.

 

Die architektonische Gestaltung des UrbanPort erinnert an Seecontainer – gestapelte, vor- und zurückspringende Kuben transportieren schon von weitem den vielfältigen, hybriden Charakter des Gebäudes. Dazu trägt der Wechsel von verschiedenen Materialien bei, die auch mit der Umgebung korrespondieren, so etwa die neue Holzterrasse und -treppe mit der alten Promenade. Aus der Fassade treten Holzkuben oder transparente Boxen aus Glas unterschiedlich weit hervor und lassen spielerisch Platz für Balkone oder großzügige Terrassen entstehen. Mit diesen markanten Auskragungen reiht sich das Projekt in die exklusive Gebäude-Nachbarschaft im Medienhafen ein und interpretiert sie unverwechselbar neu. So abwechslungsreich das UrbanPort von außen ist, so vernetzt ist es von innen. Die Nutzungsbereiche sind vielfältig und harmonieren flexibel miteinander. Dabei werden die Wohnbereiche zum überwiegenden Teil zur Wasserseite ausgerichtet und sind konform zum B-Plan mit Doppelfassaden ausgestattet.

Auf der Straßenseite sind die Versprünge der Boxen weniger stark ausgeprägt, die Fassade transportiert hier eine ruhige Souveränität.

 

 

Das Nachhaltigkeitskonzept - Auf lange Sicht durchdacht

 

Moderne Konzepte für die Nachhaltigkeit von Gebäuden gehen über ihren Lebenszyklus längst hinaus. So verfolgen wir beim UrbanPort unter anderem den „Buildings as material banks“-Ansatz. Darin werden alle Baustoffe in puncto Reinheit und Volumina erfasst und dokumentiert, um eine optimale Wiederverwendung nach dem Rückbau zu ermöglichen. Desweiteren soll ein hoher Anteil von Recycling-Beton verwendet werden, um schon vorher Ressourcen zu schonen. Ein weiterer wichtiger, CO2-bindender Baustoff ist Holz, das etwa bei den hinterlüfteten Fassaden verwendet wird. Die dort genutzte Seekiefer ist langlebig und trägt durch ihre natürliche Verwitterung zum maritimen Charme bei. Weitere nachhaltige Maßnahmen im UrbanPort: die intensive Dachbegrünung als CO2- und Regenwasserspeicher, die Fassadenbegrünung auf der Straßenseite als natürliche Verschattung – und natürlich die effiziente Energieversorgung, die auf Fernwärme und gegebenenfalls einer reversiblen Wärmepumpe beruht. Nachhaltig im Sinne der Grundstücksausnutzung und der städtischen Nachverdichtung ist außerdem die Option einer späteren Aufstockung des Gebäudes, etwa als Vision für das Jahr 2038.

 

 

Standort:

Düsseldorf

Jahr:

Februar Mai 2020 - September 2021

BGF:

ca. 13.300,00m² oberirdisch

Leistungsphasen:

Wettbewerb

 

 

Lageplan

Blick von der Speditionstraße

Kontept: Mix Wohnen + Arbeiten

Grundriss Erdgeschoß

Blick von der Kesselstraße

Ansicht Hafenbecken

Querschnitt

Grundriß Untergeschoß